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Eckhart Tolle Literaturwettbewerb

Tolle Literaturwettbewerb


Zehn Jahre ist es her, dass Eckhart Tolles Buch „Jetzt! Die Kraft der Gegenwart“ zum ersten Mal in deutscher Auflage erschien – eine Synthese aus einer Vielzahl spiritueller Lehren und Traditionen. Tolle bringt klar, weit und offen auf den Punkt, was wirklich zählt, um ganz im gegenwärtigen Moment anzukommen.

Auf diese Weise hat er in den vergangenen Jahren das Leben unzähliger Menschen bereichert, wenn nicht gar umgekrempelt.

Uns interessierte Deine ganz persönliche Begegnung mit Eckhart Tolle: Wie ging es Dir, bevor er mit seiner Weisheit in Dein Leben getreten ist? Was hat sich verändert? Woran hast Du es gemerkt?

Drei Fragen für eine Geschichte von vielen, die uns begreifen hilft: Die Wahrheit ist überall, vor allem aber: sie ist erfahrbar nur im JETZT. Und jeder hat seinen eigenen Zugang zu finden.

Zehn tolle Jahre, zehn Preise: Die drei besten Geschichten prämieren wir mit Geldpreisen in Höhe von 500, 300 und 200 Euro und binden sie in unsere Pressearbeit mit ein. Außerdem vergeben wir für sieben weitere Geschichten, die wir ebenfalls im Weltinnenraum veröffentlichen, Buchpreis.


10 Jahre Jetzt Buch

Die Gewinner stehen nun fest und werden im Oktober bei den Veranstaltungen von E. Tolle die Preise entgegennehmen. Hier können Sie den Siegertext lesen:

 


Vor genau vier Jahren befand ich mich in einer recht unglückseligen Situation.


Der Mann, den ich von ganzem Herzen liebte, war im Begriff, sich von mir - wegen einer anderen Frau - zu trennen. Nachdem bereits Wochen der Verzweiflung und Hoffnung dieser Situation voraus gegangen waren, spitzte sich "mein verzweifelter Zustand" zu, nachdem mein Mann sich morgens von mir mit den Worten verabschiedet hatte, er würde jetzt zu dieser Frau gehen, um sich Klarheit zu verschaffen, ob er mit ihr zusammen leben wolle. Er sprach's, ging und ließ mich in vollkommener Verzweiflung zurück. Eine unvorstellbare Sinnlosigkeit trat in mir hoch. Ich war ein Nichts, leer, ausgelaugt, verlassen - abgelehnt. Ich zitterte am ganzen Körper und ein tiefes "Ich kann nicht mehr" entstieg meinem Herzen. In diesem Zustand der absoluten Verzweiflung setzte mein Denken aus - es gab nichts mehr, woran ich mich festhalten konnte.


Folglich war es auch nicht nicht mein Denken, sondern die Kraft meines Seins, das mir den Impuls gab, noch am selben Tag die gemeinsame Wohnung zu verlassen. Mit dem Buch JETZT im kleinen Handgepäck begab ich mich auf den Weg - irgendwohin. Ich fuhr los, ohne Ziel vor Augen. Es gab in diesem Moment kein Abwägen, Überlegen. Ich überließ das Steuer meines Fahrzeugs einer höheren Instanz. "Gestrandet" bin ich auf einem kleinen Hof, irgendwo mitten im Niemandsland, in der Eifel. Was ich nicht wußte, dass mich mein Weg zum Haus eines Schamanen geführt hatte. In diesem Haus bezog ich eine kleine Wochenendferienwohnung und fand mich bei erster Inspektion der neuen Umgebung unmittelbar am Rand eines großen Waldes wieder. Wohin ich meinen Blick auch wandte, überall sah ich liebevoll gestaltete Kraftplätze, große geschmückte Bäume mit Traumfängern im Geäst, Skulpturen, Federn, Masken - Plätze voller Kraft und Mystik. Ich wurde zur richtigen Zeit an den richtigen Ort geführt.


Nun folgten Tage der Katharsis - die intensive Begegnung mit meinem unglücklichen Selbst. Eine Welle des Schmerzes und des Selbstmitleids überrannte mich . Immer wieder lief ich zu den Kraftplätzen, schrie meinen Zorn hinaus, flechtete meine Verletzungen in unzählige Bänder, die ich an den heiligen Bäumen anbrachte, verbuddelte meine Scham in den heiligen Boden, trommelte meine Verlassenheit in die heiligen Hallen des Waldes. Unter dem Schutz der Natur versuchte ich in die Gegenwärtigkeit zu kommen. Das klappte allerdings immer nur für kurze Zeit, dann überkamen mich wieder unzählige Gedanken, die mir mein Elend vor Augen führten. Sofort befand ich mich dauerhaft in Verzweiflung und depressiver Stimmung. In diesem Zustand konnte ich mich nur in meine Wohnstätte zurück ziehen. Erschöpft wie eine Ertrinkende habe ich das Buch JETZT zur Hand genommen - irgendein Kapitel aufgeschlagen (es war immer das für den Augenblick richtige Kapitel) um mich an den Worten aufzurichten. Wie ein ausgetrockneter Schwamm nahm ich die Essenz des Buches in mir auf - ich spürte dadurch kam ich in eine wohltuende Distanz zu meiner Geschichte und in den Frieden. Immer wieder ging ich den Weg - geläutert vom Buch - nach draußen in die Natur, lebte meine Rituale und wenn die Gedanken mich zu überrollen drohten, habe ich die Flucht zurück zum (Buch) JETZT angetreten. Ich habe es "Gegenwärtigkeit tanken" genannt.


Ich bin diesen Weg so viele Male gegangen, denn mein Unglücklichsein war übermächtig stark. Allmählich wurde mir aber klar, ich mußte eine grundlegende Wahl treffen, um die Situation für mich auf Dauer zu ändern. Ich bemerkte, nur durch Beobachten meiner Gedanken konnte ich das Denken anhalten und meinen Frieden wiedererlangen... So wurde ich also zur Beobachterin meiner Gedanken - was dann folgte mutete sich wie ein unentwegtes Tauziehen zwischen Bewußtheit und Unglücklichsein an. Nach zwei Tagen, endlich, veränderte sich das Denken ganz allmählich. Es wurde weniger, leiser, leichter - ein neuer Raum öffnete sich: Gelassenheit, Stille. Jetzt konnte ich den alten Raum loslassen.


Nachdem ich auch endlich meinen Mann loslassen konnte, kam er eines Tages zu mir zurück. Unglaublich aber wahr, wir leben heute gemeinsam und glücklich zusammen.

Das Denken zu beobachten, "wachsam zu sein wie eine Katze, die vor dem Mauseloch auf der Lauer liegt" (wie Eckhard Tolle sagt) ist zu einem wichtigen Bestandteil in meinem Leben geworden. Es ist keineswegs so, dass ich nur noch bewußt durch das Leben laufe, aber ich gehe achtsamer mit mir um. Wenn ich mich im Kreise meiner Gedanken wiederfinde, gibt es immer wieder Augenblicke, in denen mir das Denken und seine Auswirkung bewußt wird. Ich setze ein innerliches Stopp, beobachte meine Gedanken und distanziere mich von ihnen. Mein Leben ist dadurch leicher geworden; ich trage nicht mehr so viel Altlasten.

...und das Buch? ... JETZT ist zu meiner persönlichen Bibel geworden.